Schiff Beluga II in Bingen

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Am 4. und 5. Mai war die Stadt Bingen und mit ihr die Region Rhein/Nahe um eine Attraktion reicher.

 

Das Greenpeace-Schiff Beluga II war zu Besuch in Bingen.

 

Für zwei Tage öffnete Brücke und Messe für Schulklassen und andere Besucher. Diese erhielten bei einer kostenlosen Schiffsführung einen Einblick in das Leben an Bord und die Arbeit der Umweltschutzorganisation. Greenpeace-Ehrenamtliche informierten über den faszinierenden Lebensraum Meer und seine Gefährdung durch Plastikmüll. Dazu gab es einfache Tipps zur Vermeidung von Plastikmüll im Alltag und Mitmachmöglichkeiten, um gemeinsam mit Greenpeace „Welle zu machen“ – für den Schutz der Meere.

 

 In meist gut besuchten Gruppen wurden die Besucher über das Schiff und seiner Ausstellung zum Schutz der Meere geführt.

 

Üblicherweise besteht die Besatzung des Greenpeace-Schiffs Beluga II aus fünf Personen. Zurzeit ist die Mannschaft allerdings etwas größer, einige tierische Kunststoffkumpanen haben jüngst auf dem Klipper angeheuert: Meerestier-Skulpturen aus Plastikmüll bewohnen derzeit den Bauch der Beluga. Die tierischen Gäste sind Teil der aktuellen Ausstellung an Bord des Greenpeace-Schiffes, das bis zum 27. Juni unter anderem auf Ems, Rhein, Main und Donau unterwegs ist.  Plastik, das im Meer schwimmt, wird allerdings im seltensten Fall zu Kunst. Stattdessen richtet unser Müll in den Ozeanen verheerende Schäden an. Bis zu 13 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle gelangen jährlich über Flüsse, durch Wind, Abwässer, Sturmfluten oder Hochwasser von Land aus ins Meer. Schätzungen zufolge haben sich dort bereits mindestens 150 Millionen Tonnen angesammelt. Ein Müllstrudel im Nordpazifik ist sogar auf die Größe Mitteleuropas angewachsen.

 

Dieser im Meer treibende Plastikmüll kann für Meerestiere zum qualvollen Tod führen. Sie strangulieren sich oder verwechseln Plastik mit Nahrung und verhungern im schlimmsten Fall mit vollem Magen, da der Kunststoff nicht verdaut werden kann. Mit ihrer Tour will die Besatzung der Beluga ein Bewusstsein für die Schönheit und Verletzlichkeit des Lebensraums Meer schaffen.

 

An Bord ist auch eine spezielle Vorrichtung, um während der Tour unter anderem Rhein, Main und Donau auf Mikroplastik zu testen. Mikroplastik ist zwar kaum sichtbar, aber nichtsdestotrotz ein riesiges Problem. Im Meer wird Plastikmüll durch UV-Strahlung und Wellengang zu winzigen Partikeln zerrieben, aber bereits in unserem Abwasser befindet sich Plastikabfall, der zu klein ist, um herausgefiltert zu werden. Mikroskopisch kleine Kunststoffteilchen befinden sich beispielsweise in Zahncreme und Peelings und gelangen häufig über Abflüsse ins Meer.

 

Dort bleiben sie aber nicht. Mikroplastik ist mittlerweile in der Nahrungskette angelangt: beispielsweise in den Mägen verschiedener Speisefischarten, in Muscheln oder Garnelen. Trotz wissenschaftlicher Untersuchungen kann noch niemand genau sagen, wie viel Plastik schlussendlich auf unseren Tellern landet und welche Auswirkungen es hat.