Schaufelrad in Bad Kreuznach

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Am Samstag, 24. November 2018 protestierten Mitglieder von Greenpeace Bad Kreuznach erneut gegen die Politik der hiesigen Stadtwerke.
Nicht einmal die Hälfte des Kreuznacher Strommixes wird aus erneuerbaren Energien gewonnen. Für eine Kurstadt eine Schande! Noch immer kommen 36,5% der Energie aus Kohle und sogar 11,7% aus der Atomkraft, die Gaskraftwerke bringen 13,2% des Strommixes dazu.

Ganze Regionen fallen der Kohlekraft zum Opfer

Um aufzuzeigen, dass ganze Städte und Landschaften für die Kohlegewinnung abgegraben werden, wurde ein aufblasbares Schaufelrad an gleich fünf Stellen in der Stadt aufgestellt.
Neben den touristischen Punkten im Salinental und im Bad Münsterer Kurpark wurde das Rad auch in der Kreuzstraße unmittelbar vorm Energieeck, auf dem Salinenplatz und auf dem Kornmarkt gezeigt.
Sicherlich betreiben die Stadtwerke keine eigene Kohlekraftwerke, aber das Interesse aus dieser Technologie auszusteigen ist gering. Kein Wunder, gehören die Stadtwerke doch unter anderem zu einem großen Anteil der Firma Innogy SE, einer Tochter von RWE.
Und RWE ist es, welche nach wie vor verstärkt auf Kohle setzt, das haben die letzten Wochen im Hambacher Forst schließlich deutlich gezeigt. 

Nicht nur, dass es jedes Jahr mehrere tausend vorzeitige Todesfälle, alleine in Deutschland gibt, die auf diese Technologie zurück zu führen sind, auch verfehlt

Deutschland sein Klimaziel um ganze acht Prozent. Verpflichtet hatte es sich, den Kohlendioxid-Ausstoß um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Doch wenn nicht drastische Maßnahmen beschlossen werden, stößt Deutschland im Jahr 2020 nur 32 Prozent weniger Kohlendioxid aus als 1990, wahrscheinlich sogar noch mehr. Das sind allein im Jahr 2020 mindestens 100 Millionen Tonnen mehr, als Deutschland zustehen. 

Eine Kurstadt wie unsere, ist hier in der Pflicht mit gutem Beispiel voran zu gehen und endlich eine wirkliche Änderung voranzutreiben.

Kurzfristig Profitgier steht hier vor der Lebensqualität auf der Erde. Zwar bewerben die Stadtwerke auch heute schon einen Ökostromtarif, hier reicht aber die Kapazität nur für wenige Haushalte. Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

Leider haben unsere bisherigen Gespräche mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke, sowie der lokalen Politik noch zu keiner positiven Änderung geführt. Dabei trägt doch genau dieser Personenkreis die Verantwortung für die Infrastruktur und die Sicherheit. Wir  werden  hierbei aber auch einen langen Atem haben.

Hoffentlich wird unter dem neuen Geschäftsführer Christoph Nath endlich ein umdenken im Sinne der Menschen stattfinden.