Putzlappen für Shell

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Aktivisten protestieren für den Schutz der Arktis

 

Aktivisten von Greenpeace Bad Kreuznach sammelten am 04. Juli 2015 Stoffreste auf dem Kornmarkt. Die Aktivität der Bad Kreuznacher Gruppe war Teil eines bundesweiten Aktionstages in ganz Deutschland. In über 50 Städten sammelten Aktivisten Putzlappen für Shell. Die Lappen sollen in den nächsten Tagen zum größten Putzlappen der Welt zusammengenäht werden.

 

Er soll symbolisieren, wie absurd es ist,  zu glauben, die Arktis im Falle eines Ölunfalls säubern zu können.

 

Die Aktion hat einen ernsten Hintergrund: Shell will in diesem Jahr erneut vor der Küste Alaskas nach Öl suchen. Der genehmigte Zeitraum für die Bohrungen hat vor kurzem begonnen. Sollte Shell Öl finden und fördern, schätzt eine US-Regierungsbehörde (Bureau of Ocean Energy Management) die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen schweren Unfall auf 75 Prozent. „Trotz dieses enormen Risikos setzt Shell skrupellos die sensible Region aufs Spiel. Daher fordert die Greenpeace-Gruppe Bad Kreuznach Shell auf, die Ölpläne in der Arktis aufzugeben.

 

Shell gefährdet bereits mit den Probebohrungen tausende Wale und Robben. Die enorme Lärmbelastung unter Wasser durch seismische Tests, Bohrungen und Eisbrecher kann zur tödlichen Gefahr werden für viele, zum Teil bereits gefährdete Arten. Laut einer US-Behörde (National Marine Fisheries Service) darf der Ölkonzern in diesem Sommer 1662 Belugawale, 1038 Grönlandwale und 834 Grauwale stören sowie mehr als 25.000 Ringel- und 1722 Bartrobben, außerdem geringere Zahlen weiterer Arten. Unterwasserlärm stört die Kommunikation und Orientierung der Meeressäuger und könnte die Tiere aus ihren bevorzugten Futtergebieten vertreiben. Im Extremfall kann es sogar zu Todesfällen oder Massenstrandungen kommen.