Plastiktütenumtausch in Bingen

Media

Mitglieder von Greenpeace Bad Kreuznach haben am Freitag, den 23. September 2016 eine Plastiktütenumtauschaktion in der Binger Fußgängerzone durchgeführt.

Passanten, welche ihre Plastiktüten abgaben haben hierfür kostenlos eine Stofftasche bekommen. Diese wurden von der Gruppe im voraus selbst gestaltet.

Die Aktion hatte einen sehr ernsten Hintergrund. Ein einzelner Mensch „benötigt“ in einem einzigem Jahr durchschnittlich über 70 Plastiktüten. Diese landen nach nur kurzer Einsatzzeit, meist deutlich unter einer Stunde, im Müll. Eine erschreckende Zahl.

Auch wenn die Plastiktüte nur ein kleiner Ansatzpunkt im großen Plastikmüllproblem ist, so ist sie die am einfachsten zu vermeidende Umweltbelastung. Jeder einzelne von uns kann entscheiden ob er eine Plastiktüte nutzen möchte oder nicht. Es galt ein Zeichen zu setzen und unsere Mitmenschen auf das Thema zu sensibilisieren. 

Viele Passanten fühlten sich ertappt. Denn die Problematik ist ihnen längst bekannt, doch wurde gerade heute die Stofftasche zu Hause vergessen.

Es gab aber auch uneinsichtige Standbesucher, welche von den Gruppenmitgliedern mit viel Sachverstand auf die Problematik des Plastiks im Meer hingewiesen wurden.

Plastikmüll ist nicht nur lästig in der Entsorgung, sondern ein globales Problem und gefährdet Menschen, Tiere und Umwelt.

Ob es sich um Mikroplastik handelt oder als größere Stücke auf Müllbergen landet: Plastik verrottet nicht. Es wird nur in immer kleinere Stücke aufgerieben, gelangt in die Meere, wird von Fischen verschluckt und landet so über die Nahrungskette wieder auf unseren Tellern.

Tiere verletzen sich an den Plastikstücken, ersticken daran oder verhungern, weil der Magen voll von Plastik ist.

Auf den Stofftaschen war die Weltkarte zu sehen, ergänzt mit den schon heute dort zu findenden Müllstrudeln. Diese haben  mittlerweile die erschreckende Größe von Mitteleuropa erreicht.

Viele Besucher versicherten zukünftig verstärkt auf das Thema Plastik und Plastiktüten zu achten.

 

Auch in Bingen werden in manchen Geschäften nach wie vor noch wie selbstverständlich alle gekauften Waren in Plastiktüten verpackt. Hier muss unbedingt ein Umdenken einsetzen.

 

Am Stand war auch das von der Gruppe gebastelte Monster „Zombie“ ausgestellt. Dieses ist eine 2,30m große Skulptur aus Plastikmüll. Es handelt sich hierbei um den Müll einer einzelnen Familie, Vater, Mutter und zwei Kindern von nur einer Woche. Wir wollen langfristig dazu animieren weg von der Einwegwegwerfgesellschaft hin zu einer Kreislaufgesellschaft mit mehr Mehrwegverpackungen.