Greenwashing

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Stadtwerke versprechen Ökostrom für Privathaushalte

Offensichtlich hat die Führung der Stadtwerke das Thema Umweltschutz für sich entdeckt, das werten wir durchaus als einen positiven Anfang, aber es ist bei weitem noch nicht genug. Denn mit den derzeitigen Zahlen kann man nicht zufrieden sein, da die privaten Haushalte nicht einmal die Hälfte des Stromverbrauches der Stadt ausmachen. Tatsächlich ist bereits heute so viel Ökostrom vorhanden, dass die Stadtwerke klimaneutral werden können. Man rechnet die Sache eben schön und weist den gewerblichen Verbrauchern die fossilen Energieträger zu. Dies nennt man Greenwashing.

Es bleibt dabei, noch immer besteht etwa die Hälfte des Bad Kreuznacher Strommix nicht aus ökologisch gewonnener Energie. Im Gegenteil, hier wird laut eigenen Veröffentlichungen der Stadtwerke noch etwa ein Viertel auf Kohle und sogar zu fast einem Zehntel auf den, von der Gesellschaft bereits aussortierten Atomstrom gesetzt. Kurstadtluft und dreckige Kohlekraftwerke sollten sich eigentlich ausschließen. Zudem wird einiges über die EEG-Umlage schön gerechnet. Echte Projekte in Richtung Erneuerbaren sind nicht zu erkennen, viel mehr kauft man Zertifikate aus anderen Regionen ein, ein erster Schritt, mehr aber nicht. Der Zertifikats Handel ist zwar nach dem EEG-Gesetz eine Möglichkeit, trägt aber nichts zum Ausbau der erneuerbaren Energien bei.

Greenpeace Bad Kreuznach ist vielmehr enttäuscht, dass die Stadtwerke, die zum großen Anteil der Stadt selbst gehört, kaum auf realen Ökostrom aus der Region setzen wollen. Es ist zu erwarten von den Stadtwerken auf 100% Erneuerbare Energien umzusteigen und nicht nur mit der Ankündigung zu werben.

Es bleibt abzuwarten. Bei der nächsten gesetzlich vorgeschriebenen Veröffentlichung der Stromkennzeichnung müssen die Kreuznacher Stadtwerke Farbe bekennen. Erst dann kann jeder Bürger sehen, wie ernst die Ankündigung von 100% erneuerbaren Energien gemeint ist.