Erneute Proteste bei Shell

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Bingen, Bad Kreuznach 07./08.09.2015 – Vor den Shell-Tankstellen in der Koblenzer Straße in Bingerbrück sowie in der Bosenheimerstraße in Bad Kreuznach protestierten Aktivisten von Greenpeace Bad Kreuznach erneut gegen Shells Ölbohrungen in der Arktis. Der Grund für die Aktion:  Die Öl- und Gasvorkommen in der Arktis sind heiß begehrt. Shell will schon Jahre lang vor Alaska bohren. Nun ist dem Konzern der Coup gelungen.

 

Das Arktis-Projekt des Energieriesen Royal Dutch Shell hat trotz heftigen Widerstands von Umweltschützern die Zulassung aus den USA erhalten. Nach intensiven Prüfungen habe man Shell erlaubt, unter Einhaltung rigoroser Sicherheitsvorkehrungen vor der Küste Alaskas nach Öl zu bohren, teilte die zuständige Behörde Bureau of Safety and Environmental Enforcement BSEE in Washington mit. Der britisch-niederländische Konzern hatte sich über Jahre um die Zulassung bemüht und bereits im Mai wichtige Genehmigungen erhalten. US-Umweltschützer reagierten entsetzt. Sie befürchten unumkehrbare Schäden in dem empfindlichen Ökosystem der Arktis. 

 

Das Gebiet, in dem Shell bereits zum zweiten Mal nach Öl bohrt, ist eine der letzten unberührten Regionen der Erde. Nachdem es im Jahr 2012 bei Shells Arktisprojekt zu mehreren schweren Pannen und Unfällen vor der Küste Alaskas gekommen war, musste der Konzern in den vergangenen beiden Jahren seine Probebohrungen aussetzen.

 

Sollte Shell in der Tschuktschensee mit der Öl-Förderung beginnen, schätzt die US-Regierung die Wahrscheinlichkeit für einen oder mehrere schwere Unfälle während des Förderzeitraums von 51 Jahren auf 75 Prozent. Noch immer sind an der Küste Alaskas die Ölreste des letzten schweren Unfalls von vor 26 Jahren nachweisbar. Die Folgen der Havarie der Exxon Valdez zeigen, dass die Arktis zu den ökologisch sensibelsten Regionen auf unserem Planten gehört. Shell handelt hier völlig rücksichtslos!