Weihnachtsstand in Bad Münster

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Am 4. Adventsonntag, den 18.12.2016  war Greenpeace Bad Kreuznach mit einem Infostand vor dem Weihnachtsmarkt in Bad Münster vertreten.
Dieses mal hatte man sich gleich mehrere Themen vorgenommen.

Passanten, die mit einer Plastiktüte vorbei kamen, wurden von den Greenpeace Ehrenamtlichen darauf angesprochen. Ein einzelner Mensch „benötigt“ in einem Jahr über 100 Plastiktüten, die er im Schnitt nicht einmal eine Stunde benutzt. Eine traurige Zahl! Die allermeisten Menschen waren dann auch bereit, diese gegen eine von der Gruppe selbst gestaltete Stofftaschen einzutauschen. Wir wollen die Menschen sensibilisieren freiwillig auf eine Stofftasche auszuweichen. Sie sehen nicht nur schicker aus, sind stabiler, haben eine weit als 100x längere Einsatzzeit als Plastiktüten sondern sind sehr viel Umweltverträglicher. Plastikmüll ist nicht nur lästig in der Entsorgung, sondern ein globales Problem und gefährdet Menschen, Tiere und Umwelt. Somit war es nur eine logische Konsequenz, dass ein weiterer Schwerpunkt beim Thema Müllvermeidung lag.

Ein von der Gruppe gebasteltes Müllmonster war der Hingucker schlechthin. Viele Weihnachtsmarktbesucher wollten ein Selfie von sich und dem Monster nach Hause mitnehmen. Das freundliche Wesen entsprach dieser Bitte gerne, informierte aber auch darüber, warum es denn hier seine Kreise zieht. Denn wie immer bei Greenpeace Bad Kreuznach hat die Sache einen ernsten Hintergrund. Plastik verrottet nicht.  Es gelangt viel mehr in einen gefährlichen Kreislauf. Ob es sich um Mikroplastik handelt oder als größere Stücke auf Müllbergen landet. Es wird nur in immer kleinere Stücke aufgerieben, gelangt in die Meere, wird von Fischen verschluckt und landet so über die Nahrungskette wieder auf unseren Tellern. Tiere verletzen sich an den Plastikstücken, ersticken daran oder verhungern, weil der Magen voll von Plastik ist.

Auch dieses mal konnte man am Stand aktiv mithelfen die Umwelt zu schützen.
Mit einer Postkarte an Bundesumweltministerin Hendricks wird diese an ihre eigene Aussage erinnert, dass sie die Meere schützen möchte und erreichen will, dass Menschen verantwortungsvoller mit Plastik umgehen. Doch Verbrauer/-innen können Mikroplastik in Produkten meist nicht erkennen. Eine Greenpeace Analyse zeigt der Ausstiegsplan der Kosmetikindustrie funktioniert nicht. Die Absender der Postkarte fordern daher Frau Hendricks auf, dass sie ein Verbot, wie bereits in Großbritannien angekündigt, auch in Deutschland durchsetzen soll, damit Mikroplastik aus Kosmetik und anderen Verbrauchsgütern nicht mehr in Abwässer, Flüsse und Meere gelangt.

Als Dank für die Unterstützung bot die Gruppe an, auf dem Weihnachtsmarkt gekaufte Geschenke auf ganz besondere Weise zu verpacken. Von der Kampagne gegen die Zerstörung der Urwälder in Brasilien, bei welcher es darum geht, dass die brasilianische Regierung  den Bau vieler weiterer Staudämme vorantreiben lässt, wurden gebrauchte Großbanner herangeschafft. Allein entlang des Amazonas Nebenflusses Tapajós sind mehr als 40 solcher Staudämme geplant. Diese würden den Lebensraum von indigenen Völkern und Hunderten von Tier- und Pflanzenarten zerstören. Durch diese kilometerlangen Staudämme würden einige der artenreichsten Gebiete  im Amazonas-Regenwald  überschwemmt und so langfristiger Zerstörung ausgesetzt.  Indigene Völker der Region würden ihrer Lebensgrundlage beraubt. Dieses ganz besondere Tuch wurde dann als Verpackungsmaterial genutzt und wird sicherlich manches Weihnachtsgeschenk bereichern.

Insgesamt konnten über 200 Postkarten für Ministerin Hendriks gesammelt werden.