Rien Achterberg zu Gast

Media

Anlässlich des Besuches eines der ersten Aktivisten von Greenpeace, Rien Achterberg, der sich seit 40 Jahren für die Umweltschutzorganisation engagiert, zeigte Greenpeace Bad Kreuznach am Samstag, den 7.10.2017 den Film „The Rainbow Warriors of Waiheke Island“. Rien Achterberg war damals selbst, als Bordkoch Teil der Crew auf dem Schiff und ist somit einer der Protagonisten der Dokumentation. Der Film zeigt die Anfänge von Greenpeace, die Aktivisten auf dem ersten Greenpeace-Schiff „Rainbow Warrior“ und die ersten Greenpeace-Aktionen. 

Das Schiff war am 10. Juli 1985 im neuseeländischen Hafen Auckland, als der französische Geheimdienst zwei Bomben an der Schiffswand explodieren ließ. Es wurde so auf dem Weg zu seiner Mission, um  gegen Atomtest’s am Mururoa-Korallenriff zu protestieren bitter gestoppt. Die Crew konnte sich im letzten Moment retten. Mit einer Ausnahme: Der Greenpeace-Fotograf Fernando Pereira ertrank in der Kabine. 

Greenpeace erhielt nach dem Anschlag Solidaritäts- und Mitleidsbekundungen aus der ganzen Welt – und fand international immer mehr Anhänger. Auch für Rien Achterberg persönlich war der Anschlag gleichsam Tragödie wie Bekräftigung. „Keep going“: Weitermachen, das war jetzt erst recht die Devise.

Einige der Greenpeace-Aktivisten von damals leben heute auf einer kleinen Insel bei Neuseeland, so auch Rien Achterberg. Im Film sprachen die Aktivisten über ihre Erlebnisse. Im Anschluss wurde eine Diskussionsrunde mit Rien angeboten, in der Fragen gestellt werden konnten und er aus seinem spannenden Leben und von den damaligen Geschehnissen berichtete. Neben seiner Aktivität als Koch auf mehreren Greenpeace-Schiffen, koordinierte der geborene Niederländer und Wahlneuseeländer mehrere Greenpeace Büros und ist in den letzten Jahren vermehrt in Europa unterwegs, um dortige Gruppen bei ihren Aktivitäten zu unterstützen und Erfahrungen auszutauschen. 

Wenn Rien Achterberg über die Zukunft der Erde nachdenkt, sieht er sie am Abgrund. Klimawandel, Kriege, einfach zu viele Probleme. Tatenlos beim Weltuntergang zusehen will er aber bis heute nicht. „I always wanted to change the world“, sagt er: Immer war es sein Ziel, die Welt zu verändern, der dunklen Welt etwas Farbe zu verpassen.

Eingestiegen war Rien bei Greenpeace schon in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts – weil er „love not war“ machen wollte. Das Hippietum hat er bis heute beibehalten, aber auch der Pazifismus war für ihn stets ein harter Job: Er hat sich mit Greenpeace für vieles eingesetzt – die Antarktis retten, die Giftmüllverbrennung auf hoher See stoppen, den Walfang eindämmen – und sich dabei lieber selbst aufgegeben als die Welt aufzugeben. Doch auch, wenn er sich in seinen Aktionismus hineinzusteigern wusste, wollte Rien nie ein Missionar sein. Man müsse Geduld haben mit den Leuten, ihnen keine Gedanken aufzwängen, sagte er. Aber wenn man sie dazu bewegen könnte, künftig wenigstens neu über ihre Essgewohnheiten nachzudenken oder Petitionen gegen umweltschädliche Projekte zu unterschreiben ist das schon ein großer Schritt in die richtige Richtung! „If more people become active, there’s a sign of hope“, erzählt er – jeder Mensch, der aktiv wird, ist für ihn ein Hoffnungsschimmer.