Protest vor EnergieEck

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Am Freitag den 6. Oktober haben Mitglieder von Greenpeace Bad Kreuznach ihren Protest vorm EnergieEck der Bad Kreuznacher Stadtwerke mit einer Mahnwache zum Ausdruck gebracht.

Eine extra herbeigeschaffte Kohlenlore wurde als Anschauungsobjekt vorgezeigt. Auch ein Atommüllfass (Attrappe) war mit von der Partie.

Unterstützt wurde dieser Protest von prominenter Seite. Der Niederländer Rien Achterberg, Umweltschützer der ersten Stunde und Mitgründer von Greenpeace, lies es sich nicht nehmen diese Aktion persönlich zu unterstützen.

Nach Abschaltung der letzten deutschen Atomkraftwerke werden die Stadtwerke dies durch einen noch höheren Anteil an Kohlestrom ausgleichen. Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht jedes Umweltschützers, sondern schädigt auch die Menschen, nicht nur bei uns. Stein- und Braunkohle sind die klimaschädlichsten Energieträger. So sterben EU-weit jährlich etwa 18200 Menschen vorzeitig an den Folgen der Verschmutzung durch Kohlekraftwerke. Die Kosten durch die gesundheitlichen Schäden schätzt eine Studie auf 2,3 bis 6,4 Milliarden Euro pro Jahr, alleine in Deutschland.

Schon heute besteht ein Kohleanteil von etwa 43% im hiesigen Strommix. Eine Schande!

Zwar bieten die Stadtwerke auch einen Ökostromtarif an, hier reicht aber die Kapazität nur für wenige Haushalte. Zu allem; der Kauf dieses Tarifes führt leider nicht für mehr Ökostrom im Netz, denn in diesem Fall bekommen die anderen Kunden einfach nur weniger Ökostrom und dafür mehr vom Atom und Kohleanteil.

Deshalb werden wir uns in Zukunft verstärkt dafür einsetzen, dass der deutsche Atomausstieg auch ein echter Einstieg in die Zeit der erneuerbaren Energien sein wird. Wir werden Bürger aufklären, sie auf die Risiken und Gefahren der einzelnen Techniken aufmerksam machen und sie dazu ermutigen auf echten Ökostrom umzusteigen.

Natürlich haben die Stadtwerke auch wirtschaftlichen Zwänge, welche mit ihren Einnahmen auch andere Einrichtungen der Stadt finanzieren müssen, doch die Geschäftsführung ist frei in Ihrer Entscheidung welchen Strom sie einkauft und somit auch anbietet. Sowieso ist hier eine Entkoppelung zwischen defizitären städtischen Einrichtungen und dem Umweltschutz beim Strommix unabdingbar. Gerade für Bad Kreuznach, als Kurstadt mit einer solch tollen Landschaft in der Umgebung, würde es gut stehen, sie würde anderen Städten nachziehen und auf 100% Ökostrom umsteigen. Letztendlich auch ein Werbeargument für einen wachsenden Tourismus. Eine Kurstadt muss hier einfach vorangehen und Flagge bekennen.

Die von den Stadtwerken geplanten Ökostromtarifen für die Masse, werden wir kritisch beobachten. Denn sie nützen nur etwas, wenn dadurch der Anteil der fossilen Energieträger im gesamt Strommix verringert wird.

Richtig wäre es, man würde vor Ort, viel mehr als bisher, auf eine dezentrale Energiegewinnung setzen. Das bedeutet die Energie nahe am Verbrauchsort zu erzeugen.

Greenpeace Bad Kreuznach hofft, hier auch auf eine deutliche Unterstützung aus der Politik, denn eine Energiewende muss von ihr durchgesetzt werden. Mit ihrer Hilfe kann Deutschland sich bis 2050 fast komplett aus Erneuerbaren Energien versorgen.